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DB-Leads verstehenTeil 10 von 13

Vom Fund zum Gespräch: Durcharbeiten, Wiedervorlage, Auffrischen

Die teuerste Variante dieses Werkzeugs ist die, bei der es Funde erzeugt, die niemand bearbeitet. Teil 10 der Serie über den Nachmittag am Telefon und die drei Wege, die danach offenstehen.

REOSA-Team · 05.09.2026 · 5 Min. Lesezeit

Bis hierhin ging es um Technik: Stufen, Punkte, Belege, Abgleich. Der wirtschaftliche Wert entsteht aber erst an einer Stelle, an der keine Software mehr hilft, nämlich beim Anruf. Dieser Teil beschreibt, was das Werkzeug tut, damit dieser Anruf tatsächlich stattfindet.

Drei Ausgänge aus der Prüf-Liste#

Jeder Fund kennt drei Entscheidungen.

Annehmen. Der Fund gilt, der Kontakt wandert in die vorgeschlagene Phase der Pipeline, und im Verlauf steht, dass qualifiziert wurde. Ab hier ist es normale Akquise-Arbeit.

Verwerfen. Mit Grund, wahlweise aus einer Liste oder als Freitext. Der Grund ist nicht Zierrat, sondern der Rückkanal des Werkzeugs: Aus wiederkehrenden Gründen entsteht ein Vorschlag, welche Einstellung nachzujustieren wäre.

Später. Der Fund wird zurückgestellt und taucht wieder auf, wenn neue Signale dazukommen.

Unter jedem Signal steht, worauf es beruht: „Aus dem Verlauf, 12. März 2025", „CRM-Feld" oder „Stammdaten". Ohne diese Angabe sehen ein Zitat aus einer Mail und ein abgeschriebener Feldwert in der Liste identisch aus, und genau das war der Grund, warum sich die Prüf-Liste vor der Umstellung trocken las: Man konnte den guten Fund nicht vom belanglosen unterscheiden, ohne jeden einzeln zu öffnen.

Ein kleiner, aber teurer Fehler auf dem Weg dorthin: Die Liste holte genau eine Seite mit 25 Einträgen und schrieb darunter „25 von 812 Funden angezeigt". Die restlichen 787 waren mit keiner Bedienung erreichbar. Die Abfrage konnte längst blättern, die Oberfläche hat nur nie nach Seite 2 gefragt. Heute lädt die Liste beim Scrollen nach, mit einer Bildschirmhöhe Vorlauf, plus einem Knopf für die Tastatur.

Durcharbeiten: der Modus für den Nachmittag#

Eine Liste ist zum Sichten gut und zum Abtelefonieren schlecht. Wer 30 Kontakte anrufen will, braucht keine Liste, sondern eine Warteschlange: lesen, anrufen, Ergebnis festhalten, nächster.

Genau das ist der Durchgangs-Modus. Aus der aktuell sichtbaren, gefilterten Liste wird eine eingefrorene Warteschlange. Das Einfrieren ist der Kern: Ohne es würde ein laufender Scan oder die eigene gerade eingetragene Notiz die Reihenfolge unter der Hand ändern, und man telefoniert entweder jemanden zweimal an oder überspringt ihn.

Am Ende jedes Kontakts stehen fünf Ausgänge, die den realistischen Ergebnissen eines Anrufs entsprechen und nicht einer idealisierten Pipeline. Jeder Ausgang schreibt in den Verlauf und, wenn das Büro es eingeschaltet hat, ins Maklerbuch des Kontakts. Wer den Ausgang wählt, ist dabei die Person am Telefon: Ein von einer Person ausgelöster Eintrag geht unter ihrem onOffice-Benutzernamen hinaus, nicht unter dem technischen Zugang (siehe Teil 7).

Die Einschätzung liegt dabei bereits vor. Niemand wartet vor dem Anruf darauf, dass ein Modell etwas ausrechnet.

Die Wiedervorlage: eine Aufgabe, keine Datumsspalte#

Die erste Fassung hatte am Kontakt eine Datumsspalte für die Wiedervorlage. Sichtbar nur in unserem Werkzeug, in onOffice nie angekommen, und wer die Wiedervorlage dort abhakte, hatte sie bei uns weiterhin offen.

Die naheliegende Antwort wäre eine eigene Wiedervorlage-Verwaltung im Werkzeug gewesen, mit eigener Ansicht und eigenem Erinnerungslauf. Sie wäre falsch gewesen, denn der zentrale Aufgabendienst der Plattform konnte bereits alles, was fehlt: Fälligkeit, Priorität, Verantwortliche auch für Mitarbeitende ohne eigenen Plattform-Zugang, und den Abgleich mit onOffice in beide Richtungen.

Die einzige echte Lücke war, dass eine Aufgabe an keinem Datensatz hängen konnte. Also zwei Spalten statt eines halben Subsystems.

Vier Regeln machen den Unterschied, und jede ist per Test festgehalten, weil sie sich leicht umdrehen lässt und dann lautlos falsch ist:

Die Aufgabe entsteht vor dem Anzeigefeld. Andersherum zeigt das Board eine Wiedervorlage, die es nirgends gibt, und niemand wird je erinnert.

Setzen verschiebt, statt zu verdoppeln. Zwei gleichnamige Aufgaben zum selben Kontakt mit verschiedenen Fristen kann niemand auflösen.

Entfernen bricht ab, statt zu löschen. Ein lokales Löschen ließe die Spiegelung in onOffice stehen. Löschungen gehen grundsätzlich nicht ins CRM.

Verglichen wird mit einem Operator, der leere Werte kennt. Ein einfacher Ungleich-Vergleich gegen einen leeren Wert ist weder wahr noch falsch und verfehlte damit ausgerechnet den Hauptfall: die abgehakte Aufgabe, zu der es keine offene mehr gibt.

Die Ansicht ist ein Filter auf die Aufgaben, keine zweite Liste, und sie gruppiert nach Kalendertagen. Eine Wiedervorlage, die auf acht Uhr steht, ist um neun Uhr desselben Tages fällig, aber nicht versäumt. Eine Ansicht, die sie rot färbt, erzeugt genau den Alarmismus, wegen dem Erinnerungen irgendwann ignoriert werden.

Kontaktdaten auffrischen: fragen statt raten#

Ein Fund aus dem Jahr 2021 hat oft ein praktisches Problem: Die Telefonnummer stimmt nicht mehr. Ein Werkzeug könnte versuchen, das zu erraten oder aus fremden Quellen zu ergänzen. Beides wollen wir nicht.

Stattdessen fragt das Büro. Der Kontakt bekommt eine E-Mail mit einem persönlichen Link auf eine Seite im Namen und Erscheinungsbild des Büros, prüft dort seine Angaben und ergänzt, was fehlt. Was zurückkommt, landet strukturiert am Datensatz, nicht als Freitext in einer Notiz.

Vier Eigenschaften, die dabei nicht verhandelbar sind:

Die Seite läuft auf der Adresse des Büros, nicht auf einer Plattform-Adresse. Eine fremde Domain in dem Moment, in dem jemand seine Daten eingeben soll, sieht nach Betrugsversuch aus.

Das Feld-Schema wird beim Ausstellen eingefroren. Aus derselben Liste entstehen die Seite und die Prüfung der Antwort. Zwei Quellen wären der Tag, an dem die Seite etwas zulässt, das die Prüfung ablehnt.

Der Link läuft ab, in der Vorgabe nach 21 Tagen, und es gibt genau eine Erinnerung nach sieben Tagen. Zwei Erinnerungen an jemanden, der nicht antworten will, sind eine Belästigung.

Die Rücklaufquote erscheint erst ab einer Mindestzahl. Zwei von drei sind keine 67 Prozent, sondern zwei von drei, und eine Quote aus drei Fällen führt zu Entscheidungen, die nichts mit den Daten zu tun haben.

Im Werkzeug sieht man je Kontakt, was offen ist und was beantwortet wurde. Der Versand selbst läuft über den Freigabe-Mechanismus der Plattform: Was ohne Klick hinausgehen soll, braucht eine ausdrückliche Erlaubnis, sonst landet es in einer Freigabe-Warteschlange mit Vorschau.

Was oben in der Liste steht#

Zum Schluss eine Ansicht, die in keinem Screenshot spektakulär aussieht und den Alltag verändert: Die Prüf-Liste ist nach Punktwert sortiert, aber die Punktzahl ist nicht die einzige Sortierung. Filtern lässt sich nach Band, nach Signalen, nach Ort und Postleitzahlenbereich, nach letztem Kontakt, nach Betreuung und danach, ob überhaupt schon eine Einschätzung vorliegt.

Der Grund ist banal und entscheidend: Ein Nachmittag am Telefon ist meistens thematisch. Man ruft die Erbengemeinschaften an, oder alles in einem Stadtteil, oder alles, was die Kollegin betreut, die gerade Urlaub hat. Ein Werkzeug, das nur „die besten 20" anbietet, passt auf keinen dieser Nachmittage.

Häufige Fragen

Der Fund wird geschlossen und bekommt einen Grund, wahlweise aus einer Liste oder als Freitext. Die Gründe sind der Rückkanal des Werkzeugs: Häufen sich dieselben, entsteht daraus ein Vorschlag zur Nachjustierung der Einstellungen.
Weil sich sonst die Reihenfolge unter der Hand ändert, während jemand telefoniert. Ein laufender Scan oder eine Änderung an einem Kontakt würde die Liste umsortieren, und man telefoniert entweder doppelt oder überspringt jemanden.
Als echte Aufgabe über den zentralen Aufgabendienst, mit Fälligkeit, Priorität und Verantwortlicher, auch für Mitarbeitende ohne eigenen Plattform-Zugang. Der Abgleich läuft in beide Richtungen.

Am eigenen Bestand sehen.

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